Richtfunk
Der Richtfunk stellt sich oft erst auf den zweiten Blick als effiziente Übertragungsart dar. Er ist eine echte Alternative, wenn das Verlegen von Kabeln kostenintensiv und damit unwirtschaftlich oder gar unmöglich ist.
Müssen Übertragungsstrecken zwischen Inseln und dem Festland, in Naturschutzgebieten oder im Gebirge realisiert werden, sind Richtfunkstrecken oft die einzige machbare Lösung.
Richtfunksysteme sind auch dann eine zuverlässige und kostengünstige Alternative, wenn sehr kurzfristig eine Übertragungsstrecke „in Betrieb" gehen muss; sei es auch nur vorrübergehend bis ein neuer Streckenabschnitt abgeschlossen oder ein größerer Defekt behoben ist.
Die sonst üblichen baulichen Verfahren und Kabelverlegungsarbeiten sind bei einer Lösung mit Richtfunktechnik nicht nötig. Durch die Verwendung zugelassener Frequenzbänder ist für den Betrieb keine weitere Genehmigung nötig.
Applikationsbeispiel mit Richtfunktechnik
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Von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme übernehmen wir die Koordination und planen die Richtfunkstrecke unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten.
Bei einer Ortsbegehung durch unseren Richtfunkspezialisten werden die benötigten Details festgestellt und anschließend dokumentiert. Eine Funkfelduntersuchung bringt weitere Erkenntnisse über die Machbarkeit und spätere Verfügbarkeit der Strecke.
Ein Kriterium bei der Planung von Richtfunkstrecken ist die Fresnel-Zone, die den von Hindernissen freien Bereich als größten Durchmesser um eine Sichtverbindung angibt. Somit ist mit Sichtverbindung nicht das Spannen eines Fadens gemeint, sondern ein dreidimensionaler Bereich in Form einer Zigarre, abhängig von der Frequenz und der Entfernung. Je größer die Entfernung zur Gegenstelle ist, desto breiter ist die Fresnel-Zone. Das heißt, dass Bäume, Häuser u.a. Hindernisse niedriger sein müssen als bei kurzen Entfernungen. Vorraussetzung für die Verwendung von Richtfunkstrecken ist der Sichtkontakt zur Gegenstelle.
Diagramm einer Fresnel-Zone über der Streckenlänge
Kann eine Sichtverbindung auf direktem Weg nicht hergestellt werden, so gibt es die Möglichkeit durch Verwendung von einer oder mehrerer Umlenkeinheiten trotzdem eine Funkverbindung zu erreichen.
Diese wird dann nicht geradlinig sondern um die Ecke oder im Zick-Zack Kurs geführt. Bei der Streckenplanung mit einer Umlenkeinheit ist der Einfallwinkel und das Verhältnis der Teilstrecken zueinander ausschlaggebend. Das Foto (oben) zeigt einen Strommast mit einer solchen Umlenkeinheit (Spiegel).
Unsere Richtfunksysteme bieten für verschiedene Anwendungen die jeweils passende Bauweise.



